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Vortrag

Erdbebenforschung in der Antike

19/04/2017, 18:00
Via Valadier 37, 00193 Rom, Italien




Deutsches Archäologisches Institut Rom
Via Valadier 37
00193 Rom
Italien

Archäoseismologischer Vortrag von Prof. Cairoli Fulvio Giuliani (Tivoli; Prof. em. Università degli Studi La Sapienza, Roma)
“Terremoto: riflessi operativi sulle strutture antiche” – “Erdbeben – operative Überlegungen zu antiken Strukturen”

Menschen haben immer instinktiv versucht, Erdbeben aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen und die Erinnerungen daran aus dem Gedächtnis zu löschen, zum Teil auch aus abergläubisch-religiösen Gründen. Monumente hingegen vergessen nicht! Vor allem solche, die entworfen und gebaut wurden, um so lange wie möglich zu stehen. Monumente haben ein langes Gedächtnis und das Muster ihrer Risse und Brüche stellt ein regelrechtes Archiv der Ereignisse dar, die sie getroffen haben. So ist es möglich, die Zeichen sowohl des Erdbebens als auch der Gegenmaßnahmen zu verfolgen, die unternommen wurden, um die Schäden zu reparieren und weitere zu vermeiden. Jede Reparaturmaßnahme ist dabei auch ein vorbeugender Schutz für folgende Erdbeben und wird in diesem Sinne zu einer seismischen Sicherungsmaßnahme. Wenn in der Antike Versuche unternommen wurden, den Erdbeben entgegenzuwirken, waren diese natürlich nicht das Ergebnis abstrakter systematischer wissenschaftlicher Theorien; es handelte sich vielmehr um die praktische Bekämpfung der Erdbebenschäden. Eine Analyse von Erdbebenschäden und –maßnahmen muss daher für jedes einzelne Monument durchgeführt werden, wobei z.B. alle Elemente untersucht werden, die für eine Stabilisierung des Gebäudes sinnvoll sind, um Einstürze bei einem Erdbeben zu verhindern. Der Vortrag versucht, die Herausforderung für die Denkmalpflege in Erdbebenzonen anhand ausgewählter Beispiele zu beschreiben und dabei einen Bogen zu spannen von der Antike zur Neuzeit.

Der Vortrag findet in italienischer Sprache statt.

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