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FLUCHT UND AUSREISE AUS DER DDR. ÜBER TEMPELHOF IN DEN WESTEN

06/06/2018, 19:00
Columbiadamm 10, 12101 Berlin

Einführung: Bettina Effner, Berlin
anschließend Zeitzeugengespräch mit Angela Bertus,
Brigitte Jerate-Kammermeier und Hartmut Blankenstein

Rund 1,4 Millionen Menschen aus der DDR und Ost-Berlin passierten zwischen 1953 und 1990 das
Notaufnahmelager Marienfelde, um eine Aufenthaltserlaubnis für die Bundesrepublik und West-Berlin zu
erhalten. Die Mehrzahl von ihnen wurde auf die Bundesländer verteilt und von Tempelhof ausgeflogen.
Für den Berliner Senat war es bis zum Mauerbau 1961 und noch einmal 1989/90 entscheidend, die
Teilstadt auf diese Weise von einem massenhaften Zuzug zu entlasten. Für die Geflüchteten und
Ausgereisten bedeutete der Start in Tempelhof den Aufbruch in ein neues Leben.
In ihrer Einführung reflektiert Bettina Effner die Bedeutung des Ausfliegens von DDR-Zuwanderern für
die Flüchtlingspolitik des Berliner Senats bis zum Ende der DDR 1990. Angela Bertus, Brigitte Jerate-
Kammermeier und Hartmut Blankenstein berichten, wie sie den Weggang ihrer Familien aus der DDR
und den Neubeginn im Westen mit dem Flug von Tempelhof als Übergang erlebten.

Angela Bertus kam 1949 in Mühlhausen (Thüringen) zur Welt. Kurz vor dem Mauerbau floh sie mit ihren
Eltern nach West-Berlin, zwei Wochen später wurde die Familie nach Hanau ausgeflogen.

Brigitte Jerate-Kammermeier wurde 1945 auf Hasselö (Dänemark) geboren. Die erste Station ihrer
Flucht mit Mutter und Bruder war 1956 West-Berlin, bevor sie per Flugzeug ins Rheinland gelangte.

Hartmut Blankenstein, 1941 in Opole (Polen) geboren, war 11 Jahre alt, als seine Familie 1953 die Flucht
nach West-Berlin unternahm. Von Tempelhof wurden sie nach Hamburg ausgeflogen.

Bettina Effner, Historikerin und Germanistin, ist Stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer
und Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde.

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