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Konzert

„Paris – Odessa“ Klezmerkonzert, David Orlowsky Trio

05/08/2018, 20:00
78337 Öhningen-Wangen, Baden-Württemberg




Strandhalle Wangen
78337 Öhningen-Wangen
Baden-Württemberg

Wer durch Paris flaniert (und das kann man bekanntlich unendlich lang), den wird es irgendwann auch ins Marais ziehen. Schließlich ist dieses zentral gelegene Viertel, das sich vom modernen Kunst-Tanker Centre Pompidou bis zum geschichtsträchtigen Bastille-Platz erstreckt, eines der weiterhin pulsierenden Herzen von Paris. Schon 1831 porträtierte Victor Hugo in seinem „Glöckner von Notre-Dame“ das Marais als einen äußerst quirligen Stadtteil: „Zigeuner, entlaufene Mönche, versumpfte Studenten, Schurken aller Nationen, wie Spanier, Italiener, Deutsche, und alle Religionen, Juden, Christen, Mohammedaner, Götzenanbeter, am Tag bettelnd, nachts als Räuberbanden ausschwärmend.“ Fast zwei Jahrhunderte später ist das Marais zwar längst eines der angesagtesten Shopping- und Ausgehviertel. Und auch die Kunst-Fans kommen hier mit dem Picasso-Museum auf ihre Kosten. Wer aber etwa in die äußerst belebte Rue des Rosiers einbiegt, fühlt sich leicht in eine andere Zeit versetzt. Traditionell in Schwarz gekleidete orthodoxe Juden sind fast im Laufschritt unterwegs. In einer Bäckerei gibt es jiddische und osteuropäische Köstlichkeiten wie klassische wienerische Strudl, Apfelkuchen à la Polonaise und gefilte Fisch. Und weil jede der vielen Imbissbuden in diesem Sträßchen den weltbesten Falafel anpreist, kommt es überall zu langen Warteschlangen. Im Marais gibt es also noch dieses jüdische Leben, wie es vor allem ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zu florieren begann. Als zehntausende russische Juden vor Diskriminierung und Pogromen nach Paris flohen und sich im Marais niederließen.

Von hier aus beginnt das David Orlowsky Trio nun eine Klangreise, die viele Tausende Kilometer in Richtung Ukraine, nach Odessa führt. Und natürlich haben die drei Musiker einzelne Stationen mit einer speziellen Klangvignette verewigt. Und auf der Strecke liegen mit Bukarest und Odessa zwei Städte, von denen jede nicht nur den Ehrentitel „Paris des Ostens“ trägt. Die rumänische Hauptstadt sowie die ukrainische Schwarzmeer-Perle waren bedeutende Vielvölker-Metropolen mit einer großen jüdischen Gemeinde. Zu den berühmtesten jüdischen Geistesgrößen Rumäniens gehörten etwa der Dada-Vater Tristan Tzara und der Theater-Revolutionär Eugène Ionesco, der Nobelpreisträger Elie Wiesel und der Philosoph Lucien Goldmann.

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