// Veranstaltungen // Sonderausstellung “Festungen – Monumentale Zeugen einer bewegten Geschichte”

Ausstellung

Sonderausstellung “Festungen – Monumentale Zeugen einer bewegten Geschichte”

17/08/2018 - 30/09/2018
Herrenstraße 18, 76437 Rastatt, Baden-Württemberg
 Bundesfestung Rastatt




Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte im Barockschloß in Rastatt
Herrenstraße 18
76437 Rastatt
Baden-Württemberg

Mit der Sonderausstellung “Festungen – Monumentale Zeugen einer bewegten Geschichte” präsentiert die Europäische Fotoakademie aus Rastatt ein weiteres Thema von europäischer Bedeutung: Es geht um die Festungen in Rastatt, Germersheim und Ulm, die vom Deutschen Bund Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurden. Es geht auch um die Festung Landau, die bereits auf Befehl des französischen Königs Ludwig XIV. Ende des 17. Jahrhunderts entstand und später modernisiert wurde.

Die Festungen waren zunächst eine Antwort auf zahlreiche Eroberungsfeldzüge Frankreichs zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Preußen, Österreich, Bayern, Württemberg, Sachsen und über dreißig weitere deutsche Staaten hatten sich zum Deutschen Bund zusammengeschlossen, um sich gemeinsam zu verteidigen.

Alle Festungen beeinträchtigten die Funktion und Entwicklung der Städte und ihres Umfeldes erheblich. Alte Stadtmauern mußten weichen und die gesamte Bevölkerung der Städte, ob in Germersheim, Landau, Rastatt oder Ulm stand unter dem Zeichen des Festungsbaus und -betriebs. Allein 14 000 Bauarbeiter sollen 1688 auf Befehl des französischen Königs Ludwig XIV in Landau in nur 3 Jahren eine moderne Festung gebaut haben. In Rastatt waren es Mitte des 19ten Jahrhunderts ca. 4000 bis 8000, in Ulm bis zu 10 000 Arbeiter, die am Bau der Bollwerke mitarbeiteten.

Doch die Festungen schrieben ihre eigene Geschichte: beispielsweise spielte die Bundesfestung Rastatt vor allem 1849 eine wichtige Rolle während der Badischen Revolution, als badisches Militär der Festungsgarnison meuterte und sich zusammen mit der Bürgerwehr der demokratisch gewählten Regierung unterstellte. Insgesamt gehörten diese Ereignisse zu den Revolutionen, die sich 1848/49 in vielen Teilen Mitteleuropas vor dem Hintergrund liberaler, bürgerlich-demokratischer Bestrebungen ereigneten. Die Bundesfestung Ulm sollte Süddeutschland insgesamt und besonders die Marschroute entlang der Donau nach Wien sichern helfen. Tatsächlich war sie nie in eine militärische Auseinandersetzung involviert. In dem Aussenfort “Fort Oberer Kuhberg” der Festung Ulm richteten die Nationalsozialisten von 1933 bis 1935 ein Konzentrationslager zur Inhaftierung politischer Gefangener einrichtete.

Etliche Teile der Bollwerke waren bereits Ende des 19. Jahrhunderts geschliffen. Während in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts noch Teile der Festungen modernen Bauten weichen mussten, rückten die Bauwerke schließlich zunehmend als bedeutendes und erhaltenswertes Kulturdenkmal in das Bewusstsein der Bevölkerung. Die beeindruckende Architektur der Monumente sind Zeugen der damaligen Baukunst und Teil einer facettenreichen Geschichte. Vor allem ehrenamtliche Denkmalschützer setzen sich für den Erhalt der Bollwerke und deren Instandsetzung ein.

Ein Teil der Festung Ulm, das Fort Oberer Kuhberg, wurde zum Museum umgestaltet. Es ist heute Festungswerk im Originalzustand. In Rastatt finden spannende Führungen durch die unterirdischen Gänge der Festungskasematten statt. Sowohl in Germersheim als auch in Landau sind etliche Gebäude der Festungen erhalten. Sie werden unterschiedlich genutzt und prägen das Stadtbild deutlich.

Die Sonderaustellung der Europäischen Fotoakademie zeigt Aufnahmen der unterschiedlichen Festungen in der “Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte” im Barockschloß in Rastatt. Das Team der Europäischen Fotoakademie arbeitete bei den Aufnahmen mit unterschiedlichen fotografischen und digitalen Techniken, um den Motiven eine künstlerische Pointe zu verleihen und die Aussage des Bildes zu lenken.

Die bildliche Verarbeitung eines Themenbereichs gewährt vielen Menschen eindrückliche und damit nachhaltige Impressionen. Es ist die Herausforderung an die Fotografinnen und Fotografen, Bilder mit einer Botschaft zu versehen. Nicht einfach, möchte man sagen, wenn man bedenkt, dass jeder Mensch ein Bild ein wenig anders interpretiert. Spannend gleichzeitig, denn die unterschiedlichen Interpretationen erlauben eine facettenreiche Auseinandersetzung mit dem Gegenstand. So möchte die aktuelle Ausstellung Inspiration sein, sich mit Festungen als historisches Kulturerbe von immenser, grenzüberschreitender Bedeutung auseinanderzusetzen.

Zur Vernissage am 17. August 2018 um 19.00 Uhr werden die Festungen mit kurzen Präsentationen erläutert.

Beim Besuch durch die Sonderausstellung lohnt der Gang durch die ebenfalls sehenswerte “Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte”, die zum Deutschen Bundesarchiv zählt.  Dort informiert eine Dauerausstellung über die Geschichte der Freiheitsbewegungen im 19. Jahrhundert und seit 2009 über Opposition und Widerstand in der DDR bis zur Friedlichen Revolution 1989.

Projekt Ansehen

Ein Blick zurück

Sie möchten mehr wissen? Klicken Sie auf das Bild und schauen Sie sich an, was bei dieser Veranstaltung passiert ist.