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Ausstellung

Sonderausstellung Russland in Europa – Europa in Russland 200 Jahre Ivan Turgenev

22/09/2018 - 03/03/2019
Lichtentaler Allee 10, 76530 Baden-Baden, Baden-Württemberg


Veranstaltung für Kinder und Jugendliche


Stadtmuseum Baden-Baden
Lichtentaler Allee 10
76530 Baden-Baden
Baden-Württemberg

2018 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des russischen Schriftstellers Ivan Turgenev (1818-1883). Turgenev steht heute beim westlichen Lesepublikum vielfach im Schatten seiner Dichterkollegen Dostoevskij und Tolstoj. Umso mehr scheint es an der Zeit, daran zu erinnern, dass er um die Mitte des 19. Jahrhunderts einer der wichtigsten „Kulturbotschafter“ zwischen Russland und Westeuropa war – mit Werken wie den „Aufzeichnungen eines Jägers“ (1852) oder dem Roman „Väter und Söhne“ (1862), aber auch durch seine unermüdliche kulturelle Mittlertätigkeit, die ihn in engsten Kontakt mit zahlreichen Vertretern des westlichen Kulturlebens brachte.

Mehr als die Hälfte seines Lebens hat Turgenev in Westeuropa gelebt, davon allein sieben Jahre in Baden-Baden, mehr als zehn Jahre in Paris und Bougival. Turgenev war als polyglotter Intellektueller in Deutschland und Frankreich ebenso zuhause wie in seiner russischen Heimat. In Baden-Baden bildete er gemeinsam mit seiner großen Liebe, der französisch-spanischen Sängerin und Komponistin Pauline Viardot-García (1821-1910), den Mittelpunkt eines Kreises, der auch heute noch als Vorbild einer zwanglosen, alle Grenzen überschreitenden interkulturellen Gemeinschaft gelten kann – und dies in Zeiten, in denen sich die politischen Gräben zwischen Russland und dem Westen immer mehr vertieften. Dass die Kultur es ist, die in Zeiten politischer Krisen Brücken zwischen den Nationen zu bauen vermag – diese Einsicht scheint heute aktueller denn je. Und: es gibt durchaus Parallelen zwischen der Epoche Turgenevs und unserer gegenwärtigen Erfahrungswelt.

Die Ausstellung will ‒ am Beispiel von Stationen aus Turgenevs Leben und Schaffen, zugleich aber weit über sein Einzelschicksal hinausweisend ‒ lebendige Einblicke in die russische Kultur und die Dynamik der kulturellen Beziehungen zwischen Russland und Westeuropa geben. Damit soll auch angeregt werden, heutige Entwicklungen in einem neuen Licht zu sehen und so besser zu verstehen. Die Ausstellung wird organisiert von der Stadt Baden-Baden (Stadtmuseum, Stadtbibliothek) in Kooperation mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich „Muße“, dem Internationalen Graduiertenkolleg „Kulturtransfer und Kulturkontakt“ (beides Universität Freiburg) und dem Zwetajewa-Zentrum für russische Kultur an der Universität Freiburg i. Br.

 

www.stadtmuseum-baden-baden.de

Di – So 11 bis 18 Uhr

Projekt Ansehen